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Langweilige-Postkarten.ch
50 Jahre später PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lars   
Samstag, den 09. September 2017 um 23:54 Uhr

Postkarten sind Zeitzeugen – was früher glamurös, glänzend, toll, spannend und fotografierendswert war, ist heute oft einfach nur noch: zerfallen.

Der Fotograf Pablo Iglesias Maurer hat alte Postkartenansichten aus den 60er Jahren der heutigen Realität gegenübergestellt. Eine solcher historischer Vergleich ist nicht aussergewöhnlich (so die NZZ in einer Serie diesen Sommer). Aber meist werden dafür Orte ausgesucht, die noch heute beeindrucken. Maurer hat aber Orte gesucht, die viel von ihrem Glanz verloren haben:

>> Creepy Photos Show Abandoned American Resort Towns

 
Der schleichende Übergang von langweiliger Fotografie zu Kunst PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lars   
Sonntag, den 02. April 2017 um 22:22 Uhr

Wie schwierig die Abgrenzung zwischen Kunst und langweiliger Fotografie sien kann, zeigt sich im Buch über den Moskauer Fotografen Alexander Rodtschenko: Die Sammlung von Ansichtskarten aus den späten 1920er und früher 1930er Jahren ist nicht nur, interessant, weil da ein langweiliger Fernmeldemast oder langweilige Dächer von Eisenbahnwagen kunstvoll in den Mittelpunkt gesetzt werden. Das Buch zeigt auch sonst spannende Bilder vom Alltag in der sowjetischen Hauptstadt der Zwischenkriegszeit. Hier war ein Künstler am Werk, der den Betrachter mit ungewöhnlichen Perspektiven überrascht, gerne aus der Vogelschau. Rodtschenko (1891–1956) folgte seiner Berufung als Fotograf, Maler, Architekt und nicht irgendwelchen Vorgaben oder touristischen Leitmotiven.

Vorbildlich ist auch die Gestaltung des Buchs "Moskauer Postkarten": Die Ansichtskarten sind in Originalgrösse abgebildet, heraustrennbar und mit einer Adressseite versehen, die aber wohl nicht den Originalkarten entspricht. So sollten Postkartensammlungen immer gedruckt werden.

Doppelseite aus «Alexander Rodtschenko – Moskauer Postkarten»

 
Die Geschichte der ersten Postkarte von Istanbul: Gruss aus Konstantinopel in die Schweiz PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lars   
Freitag, den 04. März 2016 um 23:52 Uhr
Übersetzung einer kurzen Geschichte von Mert Sandalci in „The Postcards of Max Fruchtermann“.

 


Postkarte Max Fruchtermann, 1895 – Bildseite

Ein Bilderrahmen-Laden in Yüksekkaldırım …
Ein 43-Jähriger mit einem buschigen Schnauz blickt gedankenverloren auf die Postkarten in seinen Händen und erinnert sich:
Wie er im eisigen Norden aufgebrochen ist …
Wie er ständig fröstelte während seiner ersten Tage in Istanbul …
Wie er das erste Mal den Galataturm bestieg, nachdem er die Brandwache überredet hatte …

Istanbul von oben …

Seine Jugendtage, als er Yüksekkaldırım hinauf- und hinunterwuselte …
Einen nach den anderen lässt er sie alle frei …

Dann – nochmals;
sein Tagtraum wird im Geiste lebendig:
Ein Laden in der Grande rue … im Schaufenster einer dieser schmiedeeisernen Postkartenhalter, von denen der Preußische Botschafter nicht mehr aufhörte zu erzählen, seitdem er sie in Paris gesehen hat … Postkarte an Postkarte …

Seine Nachbarn: Der Maler Verano, der Hutmacher Turmanow, der Buchhändler Vlastos, der Schuster Daffos, der Schreiner Bellis … ein jeder hatte eine andere Meinung über Postkarten …

Seine Gedanken rasen …
Sein Blick streift die Feder und das Tintenfass …
Vor Aufregung zitternd führt er sie zusammen …

Und die ersten Worte fließen über blaues Florpostpapier;
Druckerei Emil Pinkau, Breslau …

Sehr geehrte Herren …
Genau in diesem Moment,
entschließt er sich, die ersten Postkarten von Istanbul und des Osmanischen Reichs zu drucken …
Die Ersten lithographisch graviert in der Druckerei Emil Pinkau in Breslau:
Seraglio-Punkt, Galatabrücke, Dolmabahçe-Palast, Galataturm, Sultan-Ahmed-Moschee, Arnavutköy, Kuzguncuk, Gepäckträger,  Wasserträger, Derwische, Fischer …

28. Dezember 1895

An einem Tag, als die Kälte durch alle Glieder fuhr, heuert der Mann mit dem buschigen Schnauz ein paar Träger an, um die Pakete, die auf seinen Namen am Zoll in Sirkeci eingetroffen sind, zu seinem Laden in Yüksekkaldırım zu befördern. Er ist ungeduldig. Er reißt die Pakete auf und beginnt, die Postkarten eine nach der anderen im schmiedeeisernen Halter, den Meister Vahan für ihn gefertigt hat, zu arrangieren …

Zufällig kommt ein Mann vorbei, den Kragen seines Kamelhaarmantels aufgestellt. Er bemerkt die Postkarten im Schaufenster und tritt ein, um sie genauer anzuschauen.

„Wenn ich noch heute eine abschicke,“ grübelt er, „ob die wohl noch in der Schweiz ankommt vor Neujahr?“
Er entschliesst sich, es auszuprobieren.

Schon auf den ersten Blick hat er sich entschieden, welche Karte er kaufen möchte, aber er kann nicht widerstehen, alle Karten einzeln durchzusehen. Am Schluss legt er eine Ein-Kuruş-Mecidiye-Münze auf den Tresen, steckt sorgfältig eine Postkarte mit der Galatabrücke, welche er kurz zuvor überquert hat, in seine kleine Lederbrieftasche, dankt dem Angestellten und eilt nach Galata zum österreichischen Postamt in der Kara-Mustafa-Straße davon.

Sogleich nachdem der Mann mit dem Kamelhaarmantel durch die Tür raus war, klaubt Paul Sucanov, ein Angestellter des österreichischen Postamts, die Postkarte aus dem Korb mit den Briefen zum Stempeln. Er eilt zum Büro des Postamtsleiters Karl Jeglinger und klopft an dessen Tür.

In Kürze haben sich Klezl, Reinalter, Falconetti, Tedeschi, Gandolfi, Winter, fast alle Angestellten im Büro von Leiter Jeglinger versammelt – ein jeder betrachtet die Postkarte neugierig …

„Der Rahmer in Yüksekkaldırım hat die gedruckt!“ ruft der Vize Gösti aus. Einige erachten den Mann mit dem buschigen Schnauz als genial, andere erachten ihn als komplett durchgeknallt.

Aber was soll’s …
An diesem Abend ist die erste osmanische Postkarte im Postwagen des Orientexpress auf ihrem Weg nach Neuchâtel …

31. Dezember 1895

Postkarte Max Fruchtermann, 1895 – AdressseiteApotheker Fritz Jordan erhebt sich, als die winzige Glocke an der Tür seines hundertjährigen Ladens klingelt. Es ist der Briefträger, und er hat eine Postkarte gebracht, die Jordans Sohn, Mitarbeiter der Schweizer Botschaft in Istanbul, geschickt hat. Als der Apotheker nach Hause kommt, die größte Neujahrsüberraschung in seiner Hand, umarmt er seine Frau … Die Freunde, die an diesem Abend bei Jordans zusammengekommen sind, blicken staunend auf die Szene aus Istanbul: Galataturm, die Brücke, die Segelboote.

Am Schluss des Abends setzt sich Fritz der Apotheker hin, nimm ein Vergrößerungsglas aus der Schublade seines Pults und prüft die Postkarte immer wieder, dreht sie zum Licht. Dann führt er das Glas noch etwas näher zu seinen Augen und liest …
Max Fruchtermann, Editeure, Constantinople …

Zur gleichen Zeit ist der Mann mit buschigen Schnauz, unter dem Einfluss von mehreren Maß, die er bei Yanni leerte, in einen Bierschlummer abgedriftet … Er ist glücklich …  In seinem Traum hängt er ein Schild an seinen neuen Laden … ein Lachen erstreckt sich über sein Gesicht. Nach getaner Arbeit tritt er ein wenig zurück und liest das Schild immer wieder.

„Max Fruchtermann, Grande rue de Péra  …“

Er ist jetzt der Herausgeber der ersten Postkarten des großen Osmanischen Reichs!


Aus Mert Sandalci: The Postcards of Max Fruchtermann. Band 1, Istanbul 2000, Introduction, S. IX–XI

 

 
Postkarten-App PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lars   
Sonntag, den 01. März 2015 um 12:43 Uhr

Wer den App-Shop auf dem Smartphone nach dem Stichwort Postkarten untersucht, findet vor allem kommerzielle Angebote, die aus meinen Bildern Postkarten machen wollen. Für den Sammler und Liebhaber von Postkarten ist da wenig.

Ganz anders das App »Swiss Postcards«, das die Schweizer Nationalbibliothek vor Kurzem erstellt hat. Es zeigt alte Postkarten aus der ganzen Schweiz, die man auf der Karte suchen kann. Die Bilder in hoher Auflösung lassen sich versenden oder in den sozialen Netzwerken teilen.

 
Historisch vorbelastet PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lars   
Montag, den 30. Mai 2016 um 15:59 Uhr

Darf man von überall Postkarten schicken? Darf man jedes Motiv auf Postkarten bannen? Wo sind die Grenzen?

Im Falle von Auschwitz sind die Postkartenmotive oft nur schwer zu ertragen. Und die Banalität und Alltäglichkeit der Texte, die auf der Adressseite zu lesen sind, lassen oftmals am Geschmack und Taktgefühl der Grüssenden zweifeln. Andererseits: Sollte der Alltag und alltägliches wie Grüsse-Versenden wirklich aus Auschwitz verbannt sein für immer?

Paweł Szypulski Buch «Greetings from Auschwitz» gibt keine Antworten auf diese Fragen. Aber die Sammlung von mehreren Dutzend Ansichtskarten, die von Besuchern aus der Konzentrationslager-Gedenkstätte in alle Welt verschickt wurden, regt zum Nachdenken an. Die älteste Karte wurde bereits 1947 verschickt. Schon damals ging es um eine private Kurznachricht.

Szypulski erklärte gegenüber der NZZ (Artikel vom 23. Mai 2016), dass er das Verhalten der Zeugen des Verbrechers analysiere. Es gehe nicht um Verurteilung. Die Postkarten seien eher Ausdruck von Unbedarftheit oder Routine, die Sicherheit vermitteln könne.

 

 

 

 
Bibliographie der Ansichtskarten PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lars   
Mittwoch, den 12. August 2015 um 17:49 Uhr

Ansichtskarten BibliographieIm Zeitalter des Internets hat eine als Buch publizierte Bibliographie schon fast was anachronistisches. Für ein Nischenthema wie das Ansichtskartensammeln, das einerseits seite Blütezeit schon hinter sich hat und wo sich andererseits die Literatur oft in Sammelwerken oder Kleinstauflagen versteckt, mag so eine Sammlung Sinn machen: Es erleichtert das Auffinden und verliert wegen der geringen Zahl an Neupublikationen nicht gleich an Aktualität.

So hat sich Thomas Fürst, der Autor von "Die Welt des Ansichtskartensammelns", daran gemacht, sein Postkartenbuch noch um eine Bibiographie zu ergänzen. Eine Herkulesaufgabe für ein wohl sehr kleines Spezialpublikum.

Die gewählte Form der gedruckten Bibliographie kommt schnell an ihre Grenzen. Mit 44 Seiten und etwas über 250 Einträgen ist der Umfang auch eng gesetzt. Vieles wurde von Anfang an mit gutem Grund weggelassen, so zum Beispiel Bücher, die Darstellungen von Postkarten als Hauptthema haben. Die Kategorisierung macht es nicht wirklich einfacher, ein Buch zu finden, vor allem, wenn es in mehrere Kategorien passen würde. Auch ist nicht ganz klar, welche Werke nicht aufgenommen wurden, weil es an philokartischem Hintergrund fehlte. Und natürlich fehlt neben viel älterer Literatur auch das eine oder andere Lieblingsbuch, wie David Prochaskas und Jordana Mendelsons Buch »Postcards«.

Besonders interessant ist sicherlich die einführende Literaturgeschichte der Philokartie. Heikel wird es auf den letzten Seiten beim Ausflug ins Internet, wo wenig Ausgewähltes etwas viel Platz kriegt, und bezüglich der Suchtipps für Bücher, die wohl dem Spezialpublikum bekannt sein dürften.

Das Buch ist am besten über den Verlag zu beziehen.

 
Für einen Sammler? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Lars   
Samstag, den 21. Februar 2015 um 17:09 Uhr

Postkarte aus Durrës, Albanien – gelaufen 1904

Früher war die Adressseite von Postkarten meist nicht allzu spannend: Bis 1907 durfte auf der Adressseite kein Text angebracht werden – die Vorderseite war für postalische Angaben, also die Adresse und die Frankatur, vorbehalten. Auf der Bildseite musste deshalb auch der Text untergebracht werden. Der Text – auf welcher Seite auch immer – bietet oft interessante Informationen aus alten Zeiten, oft aber auch nur Belanglosigkeiten.

Diese alte Karte von 1904 aus Albanien fällt eher in zweite Kategorie. Sie wurde zwar verschickt und hat eine schöne österreichische Briefmarke mit türkischem Wertaufdruck, aber gerade der Text fällt doch sehr kurz aus. Langweilig? Speziell ist hier sicherlich, dass die Adresse aufgeklebt wurde – in einer Zeit lange bevor es Klebeetiketten und Kopiergeräte gab. Wie ist das zu erklären?

Ich vermute, dass ein Sammler Bekannte und Tauschpartner mit dieser Art gedruckten Adressetikette bedient hat. So konnten sie ihm ohne grossen Aufwand Karten von ihren Reisen aus der ganzen Welt zuschicken. Die Klebereste auf der Bildseite weisen auch darauf hin, dass die Karte mal in einem Album geklebt hatte. Gut möglich, dass es ein Briefmarkensammler war, für den nur die Briefmarke von Interesse war.

 
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